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CO₂-Neutraler Nahverkehr aus erneuerbaren Quellen mit E85 und E95.

Wollten Sie schon immer mal aus vergärten Reststoffen Treibstoff machen? Gerade Stärke und Kohlenhydrate bestehen aus Zucker den man zu Alkohol verarbeiten kann und damit Fahrzeuge bis zu 95 % gleichwertig Leistungsfähig fahren kann.

Zudem ein Erfahrungsbericht in dem ein A4 Avant 2.0 TFSI FlexibleFuel (E85)‑Fahrer darüber berichtete, dass zwar der Verbrauch höher sei, aber Leistungseinbußen mit dem Flexi Fuel kaum relevant seien. https://www.motor-talk.de/forum/erfahrungsbericht-a4-avant-2-0tfsi-flexiblefuel-e85-t3132280.html

Der Großhandelspreis für einen Liter Ethanol liegt bei ungefähr 0,65 €.

In Schweden hatte dieses Konzept zunächts großen Erfolg bis man dieses gegen die Förderung von Elektrofahrzeugen aufgab aber Frankreich scheint das Betanken mit reinem Alkohol weiterhin verfolgen zu wollen. https://www.svt.se/nyheter/inrikes/etanolens-uppgang-och-fall-vad-var-det-som-hande

Ebenso wurde in Deutschland die Energiesteuer auf E85/E95 Treibstoffe erhoben:
https://www.oil-tankstellen.de/news-info/branchenwissen-tipps/glossar/e85-kraftstoff-ethanol-85

Energiesteuer auf Ethanolkraftstoffe: Warum die Besteuerung von E85 und E95 die Verkehrswende ausbremsen könnte

Die Diskussion über die Energiesteuer auf Ethanolkraftstoffe gewinnt angesichts steigender Anforderungen an Klimaschutz, Energiepreise und einen klimaneutralen Verkehr erneut an Bedeutung. Während Politik und Wirtschaft nach Möglichkeiten suchen, fossile Kraftstoffe zu ersetzen, stehen erneuerbare Ethanolkraftstoffe wie E85 und E95 vor einem entscheidenden Problem: ihrer steuerlichen Behandlung.

In Deutschland unterliegen Energieerzeugnisse, die als Kraftstoff eingesetzt werden, grundsätzlich der Energiesteuer. Das Energiesteuergesetz erfasst dabei auch Bioethanol beziehungsweise Kraftstoffe mit einem hohen Ethanolanteil. Für Bioethanol gelten zudem konkrete Anforderungen, damit es rechtlich als Biokraftstoff anerkannt werden kann.

E85 und E95: Klimaneutral fahren – aber steuerlich kaum belohnt?

E85 besteht überwiegend aus Ethanol, während E95 einen noch höheren Ethanolanteil aufweist. Werden diese Kraftstoffe aus nachhaltig erzeugtem Bioethanol hergestellt, können sie den Einsatz fossiler Energieträger erheblich reduzieren. Besonders für Busse, kommunale Fahrzeugflotten und den öffentlichen Nahverkehr können Ethanolkraftstoffe eine interessante Alternative darstellen.

Die steuerliche Belastung entscheidet jedoch wesentlich darüber, ob sich solche Kraftstoffe gegenüber Benzin oder Diesel wirtschaftlich durchsetzen können. Genau hier entsteht ein Widerspruch: Einerseits soll der Verkehrssektor möglichst schnell klimaneutral werden, andererseits kann eine hohe Energiesteuer auf Ethanol die wirtschaftlichen Vorteile erneuerbarer Kraftstoffe verringern.

Energiesteuer entscheidet über den Preis an der Zapfsäule

Die Steuer auf Ethanolkraftstoffe beeinflusst unmittelbar die Kosten für Betreiber und Verbraucher. Wird erneuerbares Ethanol steuerlich ähnlich behandelt wie fossiler Kraftstoff, obwohl dessen fossiler CO₂-Fußabdruck deutlich unterschiedlich sein kann, sinkt der finanzielle Anreiz für eine Umstellung.

Gerade Verkehrsunternehmen rechnen langfristig. Busse, Tankanlagen und Fahrzeugflotten werden über viele Jahre eingesetzt. Wenn E85 oder E95 durch die Energiesteuer wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig sind, können Investitionen in entsprechende Fahrzeuge und Infrastruktur ausbleiben.

Das Energiesteuergesetz enthält zwar besondere Regelungen und Steuerentlastungen für verschiedene Anwendungsbereiche. Auch für den öffentlichen Personennahverkehr existiert mit § 56 EnergieStG eine eigene Regelung zur Steuerentlastung. Die konkrete Wirtschaftlichkeit eines Ethanolkraftstoff-Konzepts muss jedoch anhand des eingesetzten Kraftstoffs, seiner Zusammensetzung und der jeweils geltenden steuerlichen Einstufung geprüft werden.

Klimaneutralität braucht technologieoffene Steuern

Eine zukunftsfähige Steuerpolitik könnte stärker berücksichtigen, wie viel fossiles CO₂ ein Kraftstoff tatsächlich verursacht, statt erneuerbare und fossile Energieträger hauptsächlich über ihre Verwendung als Kraftstoff einzuordnen.

Damit würde die Energiesteuer zu einem Steuerungsinstrument für den Klimaschutz: Je geringer die fossilen Emissionen eines Kraftstoffs, desto attraktiver könnte seine steuerliche Behandlung sein.

Für E85, E95 und nachhaltiges Bioethanol wäre eine solche Ausrichtung besonders relevant. Sie könnte dazu beitragen, klimaneutrale Kraftstoffe dort einzusetzen, wo eine schnelle Elektrifizierung schwierig oder mit hohen Investitionen verbunden ist.

Besonders der Nahverkehr könnte profitieren

Kommunale Busflotten fahren täglich planbare Strecken und kehren regelmäßig zu ihren Betriebshöfen zurück. Dadurch lassen sich eigene Tankstellen und zentrale Versorgungskonzepte vergleichsweise einfach realisieren. E95-Busse und E85-Fahrzeuge könnten deshalb Bestandteil eines breiteren klimaneutralen Mobilitätskonzepts sein.

Deutschland verfügt zudem bereits über eine spezielle Energiesteuer-Systematik für den öffentlichen Personennahverkehr. Die aktuelle Gesetzgebung zeigt gleichzeitig, wie stark steuerliche Veränderungen unmittelbar auf Kraftstoffpreise und Entlastungsregelungen wirken können. So wurden 2026 zeitlich begrenzte Änderungen der Energiesteuersätze für bestimmte Kraftstoffe beschlossen.

Die entscheidende Frage: Besteuern wir Energie oder fossiles CO₂?

Die Debatte über die Energiesteuer auf Ethanolkraftstoffe berührt deshalb eine grundsätzliche Frage der Verkehrswende: Soll ein erneuerbarer Kraftstoff allein deshalb ähnlich belastet werden, weil er in einem Verbrennungsmotor eingesetzt wird – oder sollte seine tatsächliche Klimawirkung entscheidend sein?

Wer einen klimaneutralen Nahverkehr erreichen möchte, sollte neben Elektromobilität und Wasserstoff auch nachhaltig erzeugte flüssige Kraftstoffe berücksichtigen. E85 und E95 können insbesondere dort eine Rolle spielen, wo vorhandene Fahrzeuge und Infrastruktur weitergenutzt werden können.

Eine klimaorientierte Energiesteuer auf Ethanol könnte deshalb entscheidend dafür sein, ob Ethanolkraftstoffe eine echte Chance am Markt erhalten oder trotz ihres Potenzials gegenüber fossilen Kraftstoffen wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten.

Klimaneutralität braucht nicht nur neue Technologien. Sie braucht auch ein Steuersystem, das den Umstieg auf erneuerbare Energie wirtschaftlich möglich macht.

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